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HOLZGERLINGEN. Dass sich gleich zwei Teams aus einem Ort für das Endturnier in Dortmund qualifizierten, war ein Novum. Und freute vor allem Jürgen Klopp, den früheren BVB-Trainer, Markenbotschafter von Opel und Schirmherr dieser Veranstaltung: "Schön, dass hier so viele Schwaben sind", so der gebürtige Stuttgarter.

Mehr als 10000 junge und junggebliebene Fußballer in fast 800 Teams hatten bei 57 Vorrunden- und Zwischenrunden-Turnieren das große Finale vor Augen. Gespielt wurde auf Kleinfeldern, die Mannschaften bestanden aus einem Torwart und sechs Feldspielern. Das Besondere am Opel Family Cup ist die Zusammensetzung: Väter oder Mütter stehen gemeinsam mit ihren Kindern auf dem Platz. Wobei die ganz speziellen Spielregeln die kleinen Fußballer in den Mittelpunkt stellen. Das Herzstück eines jeden Teams bilden mindestens fünf Kinder, die nicht älter als zwölf Jahre sein dürfen, die Erwachsenen oder Älteren dürfen Tore nur mit dem Kopf erzielen.

Ein "tolles Erlebnis" blickt Bernd Zimmermann vom Team "Hotze 1946" zurück. Eigentlich hatte sich die Mannschaft ja als "Team Auto Höfle" qualifiziert, dann aber den Namen geändert. Hotze steht für Holzgerlingen, 1946 ist das Gründungsjahr der Sportvereinigung. Allerdings fehlten am entscheidenden Wochenende zwei wichtige Akteure: Michael Grausam hatte schon länger seinen Mallorca-Urlaub gebucht, und Thomas Reichardt war als Trainer der ersten Holzgerlinger Mannschaft gefordert.

Die acht Teams erlebten als Gäste von Opel, Borussia Dortmund und Jürgen Klopp ein Wochenende, bei dem sich ein Highlight an das nächste reihte. Den Auftakt machte eine exklusive Führung mit einem Blick hinter die Kulissen des Stadions und anschließendem Abendessen in den VIP-Räumen der Arena. Bei der Gelegenheit schaute auch Stadionsprecher Norbert Dickel vorbei und nahm die mit Spannung erwartete Gruppenauslosung vor. Danach trafen die Holzgerlinger erst mal nicht aufeinander.

Am nächsten Vormittag wurde auf den Plätzen der Sportschule Kamen-Kaiserau gekickt. Und das recht erfolgreich. "Hotze 1946" belegte Platz eins, die "Sonntagskicker" wurden Zweiter, damit kam es im Halbfinale doch zum direkten Duell. "Was wir eigentlich vermeiden wollten", so Zimmermann. 1:0 führte "Hotze 1946", hätte eigentlich den zweiten oder gar dritten Treffer nachlegen müssen, ehe ein Eigentor in letzter Minute zum Ausgleich führte. Und im Neunmeterschießen hatten die "Sonntagskicker" noch einmal Glück.

Im Finale waren sie dann aber chancenlos, unterlagen gegen die SG Leinekreis aus Neustadt mit 0:2. In der Vorrunde hatte der spätere Sieger gegen "Hotze 1946" nur 1:1 gespielt. "Auch da hätten wir eigentlich gewinnen müssen" (Zimmermann). Das Spiel um Platz drei verlor "Hotze 1946" 0:1, dabei wurde aber auch munter durchgewechselt, sodass alle zum Einsatz kamen.

Die Anwesenheit von Jürgen Klopp beim Finalturnier war auch wieder ein Höhepunkt der Veranstaltung. Als erstes holte er sich eine Bratwurst am Grill, dann schrieb er fleißig Autogramme, unterhielt sich mit den Kids. Klopp selbst wurde vom Kicker-Sportmagazin mit dem traditionsreichen Publikumspreis für den beliebtesten Protagonisten im deutschen Fußball ausgezeichnet, von Bernd Zimmermann bekam er als kleine Erinnerung eine Flasche Williams "vom Moschtprofessor aus Darmsheim" überreicht. "Hotze 1946" tröstete sich für die entgangene Endspielteilnahme mit dem Fairness-Preis, wobei die Spieler der einzelnen Teams bewertet wurden, ihr Verhalten auf und neben dem Platz, und wie sie mit dem Gegner umgingen. "Da haben wir, glaube ich, einige Pluspunkte gesammelt" (Zimmermann).

Kompliment von Jürgen Klopp und Auszeichnung vor 80000 Besuchern

Abschließendes Highlight: der Besuch des Bundesliga-Spiels Dortmund gegen Leverkusen (3:0) am Abend. Mit der Siegerehrung in der Halbzeitpause auf dem Platz vor 80000 Zuschauern. Mittendrin: Annika Hagemann, die Torhüterin von "Hotze 1946" wurde als bester Spieler beziehungsweise Spielerin vom früheren BVB-Profi Lars Ricken ausgezeichnet. "Natürlich war sie furchtbar aufgeregt", so Zimmermann mit einem Schmunzeln, der seine Torhüterin begleiten durfte. Die Zwölfjährige kickt in der Holzgerlinger D-Jugend - bei den Jungs wohlgemerkt. Ist im Tor und auf dem Feld gleichermaßen fußballerisch absolut top. Was auch Jürgen Klopp nicht entgangen ist. "Ich glaube, dich muss ich mir merken", war wohl das größte Kompliment, das Annika Hagemann zu hören bekam.

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Lörrach-Hauingen. „Klein anfangen – groß rauskommen“, lautet das Motto der neu gegründeten Torwartschule von Björn Freitag aus Ballrechten-Dottingen. Beim jüngsten Camp auf dem Gelände des FC Hauingen (FCH) kamen am Wochenende aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen sieben und 14 Jahren groß raus, sondern auch die Jugendabteilung als Veranstalter. Auf Anhieb war das Camp ein Erfolg.

Insgesamt trainierten 26 Nachwuchsfußballer zwei Tage lang unter fachkundiger Anleitung. „Wir freuen uns darüber sehr, es wird sicher eine Neuauflage geben“, sagte FCH-Schriftführerin Claudia Kapamaz. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus dem Raum Lörrach, sondern aus dem gesamten Landkreis, Basel und Arlesheim. „Das ist wirklich eine gute Resonanz“, urteilte auch Camp-Chef Björn Freitag mit Blick auf seine bislang gemachten Erfahrungen. Der gebürtige Hamburger hat als Aktiver selbst in der Verbands- und Oberliga gekickt, nun gibt er sein Wissen als zertifizierter DFB-Torwarttrainer weiter.

„Du musst richtig abspringen“, ruft Björn Freitag dem elfjährigen Kevin vom TuS Efringen-Kirchen zu. Und siehe da: Der Nachwuchs-Goalie macht nach einigen nicht ganz so glücklichen Versuchen schließlich genau das, was der Trainer sagt – und erntet dafür ein Lob. „Es ist anstrengend, aber man lernt hier wirklich was“, gesteht der Sprössling. Und da ist er mit den Nicos, Lukas’, Timos, Alessias und wie sie alle heißen einer Meinung.

Gerade auch die elfjährige Alessia hat viel Spaß an diesem besonderen Training. Und die D-Jugend-Torhüterin vom FV Tumringen, die schon beim jüngsten Füchsle-Fußballcup des FC Hauingen mit dabei war, gibt ein ums andere Mal eine gute Figur ab. „Das Training macht echt Spaß“, lobt sie.

Genau das ist es , was Freitag und seine drei weiteren Trainer bezwecken. Weil im normalen Training die Torleute meist ein wenig zu kurz kommen, wollte er auch mal etwas für den Torwartnachwuchs tun. „Und ich denke, das Camp hat eine gute Zukunft“, gibt sich Björn Freitag optimistisch.

quelle:http://www.verlagshaus-jaumann.de